Aphthen bei Kindern

Ihr Kind klagt über Schmerzen im Mund und möchte ob dieser lieber nichts essen? Sogar trinken scheint Schmerzen zu bereiten? Ein Blick in den Mund kann schnell die Lösung zu Tage fördern. Wenn Sie im Mund ihres Kindes ein kleine, linsengroße ovale oder runde Stelle finden, die von einem rötlichen Wundhof umgeben ist, selber allerdings weiß bis gelblich ist, so hat Ihr Kind eine Aphthe.

Dies ist natürlich kein Grund direkt in Panik auszubrechen. Die Ursachen von Aphthen sind bis heute annähernd ungeklärt. Meist ist nicht einmal eine Krankheit der Auslöser, nicht einmal als Begleiterscheinung. Meist kommen Aphthen genau so unvermittelt wie sie meist wieder nach wenigen Tagen verschwinden.

Was ist eine Aphte?

Aphthen, vom griechischem ἄφθη, vom Verb ἅπτω haptō „entfachen“, sind tiefliegende Substanzdefekte der Schleimhaut, meist im Mundraum. Diese schmerzhaften Entzündungen befinden sich meist auf dem Zahnfleisch, der Zunge, den Mandeln oder an den Schleimhäuten der Mundhöhle. Im Normalfall messen sie im Durchschnitt nicht mehr als 1 Zentimeter (Minor Typus) können aber in Ausnahmefällen auch einen Durchmesser von bis zu 3 Zentimetern erlangen (Major Typus). Aphthen des Minortyps verschwinden meist nach bis zu 14 Tagen wieder spurlos. Aphthen des Majortypus jedoch beinhalten meist eine tiefere Schädigung der Schleimhaut, können bis zu mehreren Monat der Heilung benötigen und Narben hinterlassen. Der eigentliche, von einer Aphthe ausgehende Schmerz hat allerdings wenig bis gar nichts mit der Größe zu tun. Hierbei zählt einzig die Position der Aphthe im Mundraum.

Nicht immer allerdings ist der Auslöser völlig unbekannt. Eine regelmäßige Reizung der Schleimhäute, beispielsweise durch eine schlecht sitzende Zahnspange oder nervöses Beißen auf das Wangeninnere können genau wie kleine Verletzungen nach einem Zahnarztbesuch eine Aphthe auslösen. Es macht in jedem Fall Sinn sich bei häufigerem Auftreten ihren Haus- oder Zahnarzt zu konsultieren.

Aphthen als Begleiterscheinungen

Auch kann eine Aphthe ein Zeichen einer bereits vorhandenen Krankheit sein, sozusagen als Begleiterscheinung auftreten. Häufig ist die unter der Lippe bei Keuchhusten zu beobachten. Durch das Herausstrecken der Zunge beim Husten wird andauernd die Unterseite der Zunge durch die Zähne im Unterkiefer gereizt und es kann zu Bildung von Aphthen kommen.

Auch, wenn auch zum Glück selten auftretend, können Aphthen ein Zeichen der Hand-und-Fuß Krankheit sein. Diese virale Infektion, noch als falsche Maul-und-Klauen Seuche bekannt, ist höchst ansteckend, bedarf direkter ärztlicher Behandlung, gerade bei kleinen Kindern. Der Virus kann unter Umständen bei diesen eine Meningitis oder Hirnstamm-Enzephalitis, nicht unähnlich der Kinderlähmung, verursachen.

Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind in jedem Fall, auch wenn es über Schmerzen klagt, zum Trinken anhalten. Das Lutschen auf Eiswürfeln, sowie das Auftragen von Honig auf die Entzündung wird allgemein als schmerzlindernd empfunden. Grüner, Kamille, sowie Salbeitee fördern meist zusätzlich die Heilung und haben obendrein eine leicht aseptische Wirkung.

Aphthen sind in 90 Prozent der Fälle völlig harmlos und verschwinden nach nur kurzer Zeit völlig von alleine. Sie bedürfen in der Regel keiner zähnärtzlichen Behandlung.