Die 50er, ein Jahrzehnt der Gegensätze

Rückblickend ging es in den 50ern recht turbulent zu. Nach den Entbehrungen die, die 40er Jahre mit sich gebracht haben, sehnten sich die Menschen in den 50ern wieder nach Luxus. Die 50er allseits auch bekannt als „Wirtschaftswunderzeit“ sorgte nicht nur in puncto Wirtschaft für positive Veränderung, sondern auch in den Köpfen der Menschen. Kennzeichnend für diese Dekade war aber auch ein Konflikt zwischen den Generationen. Tugendhaftigkeit und Sittsamkeit waren bei der älteren Generation wichtige Eigenschaften, die selbstverständlich an den Nachwuchs weitergegeben werden sollten. Doch diese beiden Attribute passten so gar nicht mit dem Rock`n`Roll zusammen, zu dessen Klängen die Jugend der 50er gerne die Hüften kreisen lies.

Dior und sein New Look vereinte modische Gegensätze

girl-826876_640Zu Beginn der 50er bestach die Modewelt mit Gegensätzen. Auf der einen Seite bestimmten hautenge Bleistiftröcke das modische Bild, auf der anderen Seite waren es weit schwingende Petticoatkleider und Swing Kleider die in die Kleiderschränke Einzug hielten. Dem Modeschöpfer Christian Dior gelang es dann mit seinem sogenannten „New Look“ die modischen Gegensätze der Zeit zu vereinen. Der New Look von Dior bestach durch wadenlange Röcke die weit ausgestellt waren, in Kombination mit enganliegenden Blusen. In dieser Zeit wurde auch ein weiterer Evergreen geboren – die Rede ist natürlich vom Kostüm. In den 50ern bestach es durch eine ausgeprägte Betonung der Taille. Aufwendige Revers und Schößchen verkörperten die modische Extravaganz dieses Jahrzehnts.

Ein weiteres modisches Phänomen war zudem zu beobachten, nämlich Hosen verschwanden fast komplett aus dem weiblichen Kleiderschrank. Heute kann Frau sich das kaum mehr vorstellen auf die geliebte Jeans verzichten zu müssen. Wenn Hosen, dann wurden höchstens tagsüber Caprihosen getragen, dies allerdings nur aus praktischen Gründen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die 50er die Zeit der wirklich großen modischen Eleganz waren. Gerne zeigte man seinen finanziellen Status anhand der Garderobe. Kleidung avancierte seit langer Zeit wieder zu einer Art Statussymbol. So galten Hüte, in dieser Zeit, beispielsweise als besonders edel. Sie wurden farblich passend zu Handtasche und Pumps ausgewählt. Ebenfalls erfreuten sich Cocktailkleider in dieser Zeit besonders großer Beliebtheit. Damals war es nämlich Gang und Gäbe sich abends der großen Robe zu bedienen. Die Abendgarderobe bestach, abgesehen von der großen Ballrobe, durch kurze Kleider mit tiefem Ausschnitt oder freier Schulterpartie.

Die 50er stehen für eine weibliche Silhouette

Kaum ein anderes Jahrzehnt hat die Frau modisch so ansprechend verpackt, wie das in den 50ern der Fall war. Die Mode betonte die weiblichen Attribute – Busen und Hüfte durch enganliegende Oberteile und bauschige Röcke einfach perfekt. Wen wundert es also, dass die sogenannte „Wespentaille“ in den 50ern wieder zum absoluten Trend wurde? Wer von der Natur nicht mit einer perfekten Figur bedacht war, der trug darunter entsprechende Miederware die an den entsprechenden Stellen pushte oder aber unliebsame Pölsterchen, zumindest optisch, verschwinden lies.

Pumps mit Pfennigabsätzen zauberten lange Beine und diese wurden in der Regel gerne mit Nahtnylons geschmückt.